In sporadischen Abständen trifft sich die Chronikgruppe in unserem Vereinsräumen, 

Am Bahnhof 6 in 17039 Neddemin

Jeder Interessent ist Herzlich Willkommen




Neddeminer Dorfgeschichten - Folge 5 –

Liebe Leserinnen und liebe Leser!

Die harten ersten Nachkriegsjahre sind vorüber, es wurde – es musste weiterhin schwer gearbeitet werden.

Gefeiert wurde in den Dörfern damals kaum, es fehlten die Orte, die uns heute selbstverständlich erscheinen: kein Dorfkrug, und kein Gemeindehaus. Doch einmal im Jahr, wenn die Felder abgeerntet waren, das Getreide in großen Getreidemieten gestapelt war, versammelten sich die Bauern mit ihren Familien auf dem Kornboden im Dorf. Dort stand die Getreidemühle, die von den Landwirten genutzt wurde, die selbst keine eigene Möglichkeit hatten, um ihr Getreide zu mahlen. Die Mühle stand im Gebäude, auf dem Boden der Familie Rindermann und Johannes Klappstein war der verantwortliche Mühlenbetreiber. Seine Familie wohnte oben im Wohnhaus der Familie Rindermann. Von 1959 bis 1962 war Johannes Klappstein LPG Vorsitzender der LPG Typ III „Junge Garde“

In der Zeit, zwischen Einbringen der Ernte und erste Mahlvorgänge wurde der Kornboden zum Feiern – Erntefest – genutzt. Jeder, der konnte brachte zu essen und trinken mit und Musik wurde natürlich auch gemacht. Schwierig wurde es bei einigen Besuchern, die etwas zu „tief ins Glas geschaut hatten“, die dort vorhandene steile Treppe unbeschadet nach unten zu gelangen. 

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 Fotos privat: Beim Dreschen                         festlich geschmückter Erntewagen

Erst mit Eröffnung des Kulturhauses 1953, in dem ein Tanzsaal, Räume für einen Kindergarten und das Büro des Bürgermeisters – mit dem Standesamt - vorhanden waren, konnten alle in einer gepflegten Umgebung gemütlich zusammen sein. Es kamen dann aus den nahegelegenen Dörfern viele junge Leute, die bei Musik und Tanz und natürlich auch mit einem Schnaps die Zeit verbrachten. Manchmal kam es bei den Tanzveranstaltungen auch zu „kleinen Schlägereien“. Kleine Eifersüchteleien waren oft der Grund. Am nächsten Tag waren alle wieder Freunde.

Ein Höhepunkt für alle Landwirte, waren die mehrmals im Jahr stattfindenden Tierablieferungen zum Tiermarkt am Bahnhof in Neubrandenburg. Nach der Erledigung aller Formalitäten mit Wiegekarte usw. fuhr der Bauer als ersten Halt zum Sandkrug. Das Gasthaus stand damals schon als einfacher z.T. Holzbau wie in einer Sandkuhle – von daher bis heute der Name „Sandkrug“ Den Pferden wurde die Zeit zu lang und sie schaufelten mit ihren Vorderhufen Gruben in den Sand. Nach geraumer Zeit besannen sich die dort verweilenden Bauern und es ging weiter in Richtung Neddemin. Das Gasthaus Schiepe, hier war dann alles zu spät. Die Bauern saßen bei Schnaps und Bier in den Gaststuben, tauschten ihre Ergebnisse der Ablieferungen aus, aber den Pferden wurde nun doch die Zeit zu lang machten sich los und mit rasanter Geschwindigkeit galoppierten sie – ohne Kutscher – in Richtung ihres Stalles. 

Ich kann mich noch gut erinnern, meine Mutter spannte dann ein Pferd an (Einspänner) und ab nach Schiepe, um die Männer einzusammeln.

Au Backe, die nächsten Tage hatte mein Vater keine so „Gute Karten“!!!!!

Der Herbst kam, die Arbeiten auf den Feldern waren abgeschlossen, jetzt wurden Aufräumungs- und Reparaturarbeiten auf dem Hof und in den Ställen durchgeführt. Die Tiere wurden weiterhin gepflegt und versorgt.

Die Vorweihnachtszeit war bestimmt in allen Familien voller Vorfreude und entspannt. Weihnachtsplätzchen wurden gebacken und mein Vater holte schon einige Tage früher einen Weihnachtsbaum aus dem Wald und nur ich durfte mit ihm den Baum schmücken. Die Eltern fuhren ein paar Tage vor Weihnachten in die Stadt, ins „Kaufhaus des Bauern“ nach Altentreptow, um jeden in der Familie ein kleines Geschenk unter den Weihnachtsbaum zu legen. Ja – und dann endlich am 24.12.war es dann so weit, Heiligabend.

An die Zeit „Silvester“ habe ich keine Erinnerungen, na, ich als Kind musste ja sowieso ins Bett.

Bis zum nächsten Beitrag herzliche Grüße.  Heidrun Stach



Neddeminer Dorfgeschichten - Folge 4 –


So fing mein Leben an!

 

Auf ein Neues!

 

Ich bin ein geborenes Dorfkind. Ich war noch nie geduldig – bis heute - und konnte damals die Zeit nicht abwarten auf die Welt zu kommen. Selbst zu meiner eigenen Geburt hatte ich es sehr eilig. Mein Vater musste in der Nacht vom 01. zum 02. Juli  die Pferde anspannen und die Gemeindeschwester und Hebamme, Frau Richter, aus dem Dorf – aus dem Schlaf holen - ……… Es ging los…….

So wurde ich am 02.07.1946 morgens um 7.10 Uhr im Schlafzimmer meiner Eltern geboren.

Also, Sternzeichen Krebs – aber Aszendent Löwe!

Aufgewachsen in einem Ort ohne Shoppingmeile, kein Lieferdienst für Pizza oder Döner, kein Kino, keine Disco, kein Kaffee to go, nur Malzkaffee aus der Emaille Kanne, stehend in der eigenen Küche. Wenn ein Krankenwagen vorbeifuhr, versammelten sich alle Dorfbewohner, um zu sehen, was da wohl passiert sei! Der Haustürschlüssel blieb Tag und Nacht im Schloss stecken und nichts geschah.

Meine Eltern sah ich – Frühjahr und Sommer - nur zu den Mahlzeiten, sie waren von ganz früh bis spät auf den Beinen, um die Arbeit auf den Feldern, Wiesen und die Arbeit mit den Tieren zu schaffen.

Ich selbst wurde von meinen beiden Omas „wohl behütet“. Beide wohnten bei uns mit im Haus, die das Essen kochten und für Ordnung im Haus sorgten......nur meine Oma Bütow durfte meine langen Haare kämmen und zum Zopf flechten – sie war sehr behutsam und geduldig, das tat gut.  

Ja, wer kann sich noch an den Zustand des Weges, den Landweg – von Neddemin über den Neddeminer Ausbau bis Ganzkow erinnern? 

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     Meine Familie, mit den beiden                        Meine Freundinnen: Christel F. Erika W.

     Omas. Mein Bruder Freimuth                           Heidrun B. Inge K.

     fotografiert.        

                                                         

Der Spielplatz für uns Kinder, die am Neddeminer Ausbau wohnten (heute Ganzkower Weg) war der Landweg. Hier wurde im Sommer, wenn der Weg trocken war, Hopse und Abwerfball gespielt und so es geregnet hat, modderten wir mit nackten Füßen in den Pfützen. Wir kannten nichts anderes und wir waren alle zufrieden. 

Und wenn sich meine Eltern im Sommer mal   wirklich ein bis zwei Stunden des „Nichtstun“ gönnten, dann saßen wir alle hinter unserer Hecke im Graben an der Straße. Und das Schöne daran war, dass die wenigen, die dann bei uns vorbei gingen bzw mit dem Rad fuhren, immer anhilten um Neuigkeiten aus dem Dorf und Umgebung, auszutausen. Für mich – und alle anderen Kinder vom Weg, die dabei waren, war das Mithören natürlich äußert interessant. Manchmal kam auch der erhobene Zeigefinger von den Eltern: „ Aber wehe ihr erzählst das weiter“!

 

Im Winter wurden „Schlitterbahnen“ hergerichtet und immer, wenn es geschneit hat, war das für uns Kinder eine besondere und schöne Zeit. Nasse Füße, rotgefrorene Nasen und Hände wurden gar nicht wahrgenommen. Wenn die Zeit gekommen war - jetzt geht es nach Hause - wurden die nassen Sachen am großen warmen Kachelofen getrocknet. In der Ofenröhre brutzelten Bratäpfel die ich mir – bei den anderen Kindern war es genau so – schmecken ließ. 

Die Wintermonate waren für mich persönlich eine schöne Zeit. Die Eltern hatten mehr Ruhe, wir spielten oft alle zusammen in der Küche. Der große Küchentisch wurde ausgezogen, dann wurde Tischtennis gespielt, selbst mein Vater machte mit.

Danach gab es große Stullen, vom selbst gebackenem Brot, nur mit Omas eigener hergestellter Marmelade bestrichen und Kaffee aus der weißen Emaille Kanne (Muckefuck) das ließen wir uns schmecken..…….ach war das schön! 

Kein Weg war uns Kindern zu weit, wenn es hieß im Sommer, wir gehen baden. „Köhlers Teich“ war unser Badesee. Es gab damals einen so heißen und trocknen Sommer, sodass der gesamte Teich ausgetrocknet war. Die noch verbliebenen, um ihr Leben kämpfenden Fische, wurden von unseren „mutigen Jungs“ eingesammelt, und verteilt.

Der Teich lag auf dem Grundstück Nr. 6 der Familie Köhler. Später, als wir schon schwimmen konnten war der Bauernsee, der in den Wiesen weit von unseren Häusern lag, unsere Badesee.

Für uns Kinder und auch für die Erwachsenen war das immer der „Bauernsee“.

Erst viele Jahre später wurde bekannt, dass der See Privatbesitz der Familie Fröhling war, ein Schild machte alle darauf aufmerksam „Privatbesitz, Baden verboten“!

Seit dem hieß er Bauersee.

Wir Kinder vom Neddeminer Ausbau sind nicht in den Kindergarten ins Dorf gegangen. Die einen hatten, so wie ich Omas, bei den anderen Kindern war ein Elternteil zu Hause, ob wir etwas vermisst haben, ich glaube nicht…….

Das Kulturhaus in Neddemin wurde 1953 fertiggestellt und übergeben. Im Kulturhaus befanden sich auch Räume für einen Kindergarten.

Sollten Sie, liebe Leserinnen und Leser Ergänzungen – vielleicht Verbesserungen haben, egal ob Bilder oder Texte - können Sie mich gern kontaktieren. Ich würde mich über jede Anregung freuen. 

 

Meine Daten: Handy-Nr. 015156978992

E.-Mail: stacheline46@gmx.de

 

 

Es geht weiter!

Bis zum nächsten mal, herzliche Grüße von Heidrun Stach




Neddeminer Dorfgeschichten - Folge 3 -


Das RAD-Lager in unserem Dorf


Liebe Leserinnen und Leser,

wer heute auf der B96 zwischen Neddemin Dorf und Neddemin Bahnhof entlang geht, sieht nur Felder und ein paar verstreute Steine und noch ein paar Birkenbäumchen. Doch in den Jahren vor und während des zweiten Weltkrieges standen hier Baracken, in denen junge Männer untergebracht waren – Angehörige des Reichsarbeitsdienstes.

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KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.Unser Dorf beherbergte gleich zwei solcher Lager, eines, das am Bahnhof, trug den Namen „Heinrich Schliemann“

Foto: Ein Kauf aus Privatbesitz von Herrn Kossyk aus Siedenbollentin

 

Der Name mag überraschen – schließlich war Schliemann ein Archäologe, kein Soldat. Doch im Geist der damaligen Zeit wurde er als Sinnbild für deutschen Fleiß und Entdeckergeist vereinnahmt.

Ich möchte in dieser Folge nicht auf die Bedeutung und die Aufgabenstellung des RAD eingehen, nur zur Erinnerung, dass in unmittelbarer Nähe unserer Häuser – im Bereich des heutigen Neverin Verwaltungsbereiches so ein Lager stand und nicht alles zum Wohl der dort leben und arbeitenden Menschen geschah.

Nach 1945 verschwanden diese Lager schnell aus dem Ortsbild – doch ihre Spuren sind immer noch gegenwärtig, in den Karten, in Dokumenten und in Erinnerungen. 

Am Neddeminer Ausbau wurde 1938 bis 1939 ein solches Lager aufgebaut. Es entstand auf dem Feld – rechts von Neddemin kommend vor dem Anwesen der Fam. Schröder, später das Anwesen der Fam. Otto Strasen. 

Zwei der verantwortlichen Leiter, Oberfeldmeister Heini Jander und Willi Schütte. holten sich von einigen Bauern – so auch von meinen Eltern Lebensmittel, wie Kartoffel, Milch und Eier und kamen dabei auch mit ihnen ins Gespräch. Als Gegenleistung durften meine Schwester Gerdalinde und auch andere Kinder der Siedlung auf dem Sportplatz des Lagers, Gänse hüten.

Laut Aussage von Frau Marianne Foot (geb. Mohr) erfolgte die Auflösung des Arbeitslagers von dem Neddeminer Ausbau um 1941, hauptsächlich wegen der ungünstigen Lage. Bei starkem Regenwetter wurden die Baracken unterspült, auch deshalb, weil sie unbefestigt waren.

1941 bis 1942 wurde das Lager aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst und rechts und links am Bahnhof wieder aufgebaut als RAD „Heinrich Schliemann“. 

Das jetzige Wohnhaus der Familie Schubert, am Bahnhof, wurde 1941 für den Oberfeldmeister Schregel gebaut. 

Die Arbeitslager waren reine Männerarbeitslager, während in Richtung Altentreptow auf Höhe der ehemaligen Gastwirtschaft Hoppe und der jetzt noch bestehenden

Villa Waidmannslust, ursprünglich ein Männerlager, das 1940/1941 in ein Frauenlager für Arbeitsmaiden umfunktioniert wurde. 

Hiervon existiert ein Augenzeugenbericht einer Arbeitsdienstmaid, über Tagesabläufe und Empfindungen der Mädchen, die dort ein halbes Jahr ihren Pflichtdienst leisteten.

Die Frauen hatten sich eine eigene Hymne gedichtet, nach der Melodie 

„Wo die Nordseewellen……...“

 

            Wo die blauen Kleider flattern, hin und her,

            wo`s den Tag zwei Groschen gibt und nicht viel mehr.

            Wo die Freizeit knapp ist –

            Und die Männer rar,

            da ist unsere Heimat für ein halbes Jahr,

            da ist unsere Heimat, für ein halbes Jahr!

 

Erinnert und aufgeschrieben von meiner Schwester Gerdalinde Bütow aus Neddemin

 

Vielleicht können sich noch ältere Leser erinnern, dass nach Beendigung des Krieges in dem ehemaligen Haus des Oberfeldmeisters Schregel, der Bäcker Büchner mit Fam. einzog und uns im Dorf durch seinen Lieferwagen mit Brot und Brötchen belieferte. Die Familie Büchner änderte ihr Konzept und machte aus ihrem Haus eine Konditorei mit Kaffeestube – jetzt lag das Hauptaugenmerk auf Kuchen und Kaffee. Ich kann mich noch erinnern, dass meine Mutter mit ihrer Freundin Liselotte Rindermann u.a., mit den Rädern dort mal zum „Kaffeekränzchen“ gefahren ist.

Manchmal durfte ich auch mit.



 Frauentruppe im Frauen-Reichsarbeitsdienstlager bei Altentreptow 1940



Das 1. ARD am Ganzkower Weg  1938


Bis zum nächsten Beitrag, herzliche Grüße von Heidrun Stach



Neddeminer Dorfgeschichten - Folge - 2 -

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 Ende……….und auch ein Neubeginn!


 

 Das Gutshaus ist heute noch gut erhalten, es                                    

 wurde 1880 gebaut. Im Jahr 1912 erwarb der       

 letzte Gutsbesitzer von Neddemin,                                                                                                                 

 Dr. jur. Otto von Eynern das Gut, mit einer  

 Gesamtfläche von 842 ha.        

 

Er soll, wie Ortschronisten herausgefunden haben, wunderbar Klavier gespielt, von der Landwirtschaft aber überhaupt keine Ahnung gehabt haben. Erzählt wird außerdem, dass der Gutsherr, dem auch ein Haus in der Rosenstraße in Neubrandenburg gehört haben soll, sein Besitz vertrank. Das Gut wurde am 12.Juli1935 an die Deutsche Ansiedlungsbank Berlin für 625.000,00 RM verkauft.

(Auszug aus dem Buch von Helmuth Borth: „Schlösser, die am Wege liegen“) 

Es war das Jahr 1936. Die Felder lagen still unter dem weiten Himmel, doch in den Herzen vieler Menschen regte sich Hoffnung.

Die Deutsche Ansiedlungsgesellschaft hatte zuvor den Besitz des Gutsherrn, Dr. Otto von Eynern, übernommen und begann die Flächen an Landarbeiter und Bauern zu verkaufen. Die neuen Siedler kamen aus verschiedenen Regionen-viele aus dem heutigen Polen, aus Schlesien, Ostpreußen usw.

Nach der Übergabe des Gutes, plante man die Schaffung von 28 Neubauernstellen.

Es begann eine neue Ära für unser Dorf. Meine Eltern gehörten auch zu jenen, die damals Land kauften – ein Stück Boden, das nicht nur Ackerfläche war, sondern der Grundstein für eine neue Existenz.

In dem Herrenhaus war die Einrichtung einer Schule vorgesehen, was offenbar auch 1937 realisiert wurde. Bei den Recherchen der Chronikgruppe gab es Unstimmigkeiten, stimmt das Jahr 1937, als Schulbeginn? Meine Schwester Gerdalinde behauptete, sie wäre schon 1936 ins Gutshaus zu Schule gegangen. Vielleicht kann einer von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser heute „Licht ins Dunkel“ bringen.

Ich erinnere mich an spätere Erzählungen meiner Eltern, wie schwer die Anfänge waren und wenn ich heute daran denke, dass mein Vater zu der Zeit – also 1938 – gerade erst 30 Jahre und meine Mutter 25 Jahre alt war, dann könnte ich heute noch vor Stolz platzen. 

Sie erzählten von der ersten Kartoffelernte, die noch vor Wintereinbruch geschafft werden musste, weil – die meisten Bauern – sich Helfer aus der Stadt holten. Gern erzählten sie auch von dem gemeinsamen Schlachten und das Treffen an den kalten Winterabenden in der warmen Küche, wenn sich einige Frauen zum „Federn schleißen“ trafen und die Männer die Erfahrungen aus ihrer Arbeit austauschten. Auf dem Kohleherd stand immer – Sommer und Winter eine weiße Emaillekanne mit Gerstenkaffee (Muckefuck). 

Es war nicht leicht, aber der Anfang war gemacht.

 

Damit Sie wissen wer für Sie schreibt:

 

 

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KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.             Heidrun Stach, geb. Bütow                                                                                

 

 

 

Neddeminer Dorfgeschichten Folge – 1-  

Ein Blick zurück – und nach vorn

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Heidrun Stach, ich bin in diesem Dorf geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen und bis zu unserer Hochzeit habe ich auch hier gewohnt, Von Gründung an, bin ich Mitglied der „Neddeminer Dorfgemeinschaft“ e.V. Mit großer Freude habe ich die Aufgabe übernommen, in den kommenden Ausgaben unserer Heimatzeitung Geschichten aus unserem Dorf zu erzählen – Geschichten, die bislang vielleicht nur in unserer Chronik in Kurzform festgehalten wurden, aber es verdienen, ausführlicher und lebendiger erzählt zu werden.

Warum das Ganze? Weil Erinnerungen nicht nur bewahrt, sondern auch geteilt werden sollten. Weil unser Dorf mehr ist als Zahlen und Daten – es lebt durch die Menschen, ihre Erlebnisse, ihre Eigenheiten und ihren Zusammenhalt. Und weil ich glaube, dass jede kleine Anekdote ein Stück Identität ist, das uns verbindet.

In dieser Serie möchte ich Ihnen bekannte und weniger bekannte Episoden aus unserer Dorfgeschichte näherbringen: mal heiter, mal nachdenklich, mal überraschend. Vielleicht erkennen Sie sich in der einen oder anderen Geschichte wieder – oder entdecken etwas ganz Neues.

Ich lade Sie herzlich ein, mit mir auf diese Reise zu gehen. Und wer weiß – vielleicht haben auch Sie eine Geschichte, die erzählt werden möchte? Herzliche Grüße Heidrun Stach



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1.Präsentation der Dokumente zur Chronik!

 

 

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Neues aus der Chronik-Gruppe

Heidrun, Matthias und Hartmut fahren am 13.10.2021 zum Landeskirchenarchiv Schwerin, um die letzten 60 Akten nach neuen Erkenntnissen zu durchsuchen. Vielleicht können wir in naher Zukunft schon eine Coveridee für die Buchform unsere "Chronik zu Neddemin" präsentieren.
Wer Material zur Neddeminer Dorfgeschichte besitzt und dieses für einen guten Zweck abgeben möchte, wenndet sich bitte an Hartmut Gnad. Wir sind dankbar für jegliche Information. Alles wird in einem Chronikregister abgelegt und bleibt der Nachwelt erhalten. Also meldet euch, wir kommen vorbei.

Was macht die Neddeminer Chronik-Gruppe ?

Die Chronikgruppe ist eine "Tochtergesellschaft" des Dorfvereins. Sie ist eine Gruppe von interessierten Personen, welche sich mit Gegenwart und Vergangenheit des Dorfes Neddemin auseinandersetzt. Im Blickpunkt der Betrachtungen sind nicht nur Objekte und Geschichten, sondern ganz bewusst auch Personen. Zusammenfassend  arbeiten wir Themen der Dorfgeschichte auf und stellen diese in geeignetem Rahmen vor……

Eine Neddeminer Chronik muss her – das war schon Aufgabe im Sozialismus, wo emsige Parteigenossen einen Teil der Neddeminer Chronik erstellten, die aber der heutigen Chronik-Gruppe, entstanden aus der Neddeminer Dorfgemeinschaft e.V., doch Zugute kommt; ist doch die Zeit der DDR dort sehr gut präsentiert.

Angefangen zu arbeiten hat die Gruppe 2017, in verschiedenen Konstellationen und mit verschiedenen Mitgliedern. Die heutige Gruppe besteht aus 5 Personen.

Am Anfang stand die Frage, wie setzen wir unsere Ideen zum Erstellen einer ganzheitlichen Chronik bis zur Gegenwart um.

Themen, wie Besiedlung des Tollensetal, Gründung von Neddemin, Mittelalter, Zeit der Industrialisierung, Zeit des Nationalsozialismus, Gründung der DDR und damit Gründung der LPG in Neddemin, die Zeit des Sozialismus, MfS in Neddemin, die Wende und nicht zuletzt die Entwicklung unseres Dorfes im Kapitalismus bis zur heutigen Zeit, standen auf der Agenda.

Hier war Recherche angesagt. Wo bekommen wir die nötigen Informationen her und wie setzt man diese in die Form einer Chronik um? Viele Aktivitäten wurden ehrenamtlich umgesetzt. Darunter waren zu Beispiel:

 

§     - Gespräche mit Einwohnern der Gemeinde Neddemin,

§     - Recherchen im Lager Fünfeichen,

§     - Recherchen im Stadtarchiv Neubrandenburg,

§     - Recherchen im Museum der Stadt Neubrandenburg,

§     - Recherchen im Landesarchiv Schwerin

§     - Recherchen im Kreisarchiv Neustrelitz

§     - und vieles andere mehr…….

Nach vielen Stunden und einigen Jahren später konnten die Mitglieder der Neddeminer Chronik-Gruppe doch ein erstaunliches Potenzial an geschichtlichen Erkenntnissen vorweisen. Um eine Zwischenbilanz zu ziehen und dem Dorf die bis zum damaligen Zeitpunkt erbrachten Leistungen vorzustellen, wurde eine Vernissage geplant. Im Beisein der örtlicher Politiker und Volksvertreter wurde diese Ausstellung eröffnet und gewürdigt. Einige Zeit war diese Ausstellung für die allgemeine Bevölkerung zugänglich. Wer die Ausstellung im Dorfgemeinschaftshaus besuchte, konnte angesichts von 13 mit Geschichte vollgepackten Tafeln schon mal das Gefühl für Zeit vergessen. Viele Menschen aus Neddemin und Umgebung haben das Angebot genutzt, durch die Bilderausstellung zu gehen. An vielen Tischen wurde durch Ordner geblättert, geklönt und in Erinnerungen geschwelgt. Heute stehen diese Tafeln nun hinter verschlossenen Türen und stauben so vor sich hin.

Wir als Chronik-Gruppe Neddemin haben uns eigentlich zur Aufgabe gemacht, dieses erarbeitete Wissen über die Geschichte unseres Dorfes weiter zu vervollständigen, in einer Buch-Chronik zusammen zu fassen und zu veröffentlichen. Daran arbeiten wir.

Wir sind interessiert, mit Menschen zu sprechen, die uns was erzählen können, über die Vergangenheit unseres Heimatdorfes Neddemin, die uns mit Material, wie Fotos, Dokumente, Zeitungsausschnitte usw. auf spannende Spuren bringen, die wir weiter verfolgen können. Sie sind herzlich Willkommen in unserer Chronik-Runde.

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